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Der Einfluss des Klimawandels auf Grundnahrungsmittel

70 Forschungsarbeiten in den letzten Jahren kommen zum gleichen Resultat: Der zu erwartende Anstieg der Temperatur wird zu einer neuen Lebensmittelkrise führen.

Wie die NASA bestätigte, war der Juli 2017 zusammen mit dem Juli 2016 der heißeste Juli seit 1880 war, d. h. seitdem die Temperatur mit wissenschaftlichen Methoden gemessen wird(1).

Entwicklung der Oberflächentemp-eraturen auf Land und See für den Zeitraum 1880–2016 relativ zum Mittelwert von 1951–1980, Quelle: Wikipedia

Die Temperatur lag im Mittel 0.85° C höher als die Durchschnittstemperatur der zeitlichen Periode von 1951-1980. Eine im Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS veröffentlichte Studie(2) zeigt nun die mehrfach bestätigte negative Wirkung klimatischer Veränderungen und der damit einhergehenden Temperaturerhöhung auf kultivierte Pflanzen, der Nahrungsgrundlage der Menschen. Davon betroffen sind insbesondere Weizen, Mais und Reis.

Für die Metastudie wurden 70 verschiedene Forschungsarbeiten ausgewertet, die allesamt die Beziehung und Wirkung der globalen Erwärmung auf die Landwirtschaft untersuchten. In den Einzelstudien wurde eine Vielzahl verschiedener Methoden verwendet: Von Simulationen, die die Auswirkung lokaler oder globaler Temperaturveränderungen auf die Ernteerträge aufzeigten bis hin zu statistischen Modellen, die auf dokumentierten, historischen Angaben zur Ernteergiebigkeit basierten. Eine weitere Methode waren Feldversuche bei denen unter technologischer Zuhilfenahme eine künstliche Erwärmung simuliert und das Wachstumsverhalten der Pflanzen untersucht wurde.

Ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur wird zu dramatischen Einschnitten in den Ernten führen. Neue Schätzungen gehen davon aus, dass diese bis 3% bis 7% pro Grad Celsius betragen werden. Von allen Getreidesorten leidet der Weizen am meisten unter klimatischen Veränderungen

Wie aus der zusammenfassenden Metastudie hervorgeht zeigen die Resultate bei allen angewandten Methoden in die gleiche, besorgniserregende Richtung. Demnach wird eine Temperaturerhöhung zu massiven Ernteausfällen u. a. bei den Hauptgetreidesorten führen. Für jede Temperaturerhöhung um ein Grad Celsius bezogen auf die globale Durchschnittstemperatur schätzt man einen globalen Ernterückgang von insgesamt 6%

Im Einzelnen wird sich die Reisernte um 3.4% verringern, Mais sogar um 7.4%. Soja, einem Vertreter aus der Gruppe der Hülsenfrüchte, wird die Erwärmung den Ergebnissen zur Folge weniger anhaben können: Es wird mit einem Ernterückgang von 3.1% gerechnet.

Sehr beunruhigend ist die Tatsache, dass diese vier Kulturpflanzen ein entscheidender Schlüssel beim Überleben der Menschheit darstellen, da sie weltweit zur Abdeckung von zwei Dritteln des benötigten Kalorienbedarfs benutzt werden. Die Forscher hoffen einerseits, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur begrenzt bleiben wird. Auf der anderen Seite müssen erforderliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um dem Nahrungsmittelbedarf der Menschheit auch in Zukunft decken zu können .

 

Gerade aus dem Umstand heraus, heute zu wissen was in ein paar Jahrzehnten Wirklichkeit sein könnte erwächst eine unmittelbare Verantwortung zum Handeln.

 


(1) https://climate.nasa.gov/news/2618/july-2017-equaled-record-july-2016/
(2) http://www.pnas.org/content/114/35/9326